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Stentor coeruleus

Blaues Trompetentierchen

Stentor coeruleus
Blaues Trompetentierchen

STENTOR COERULEUS

Blaues Trompetentierchen

Stentor coeruleus – dichte Kultur – Dunkelfeld

Stentor coeruleus – dichte Kultur – Dunkelfeld.

Es eignen sich verschiedene Kulturbehälter

Es eignen sich verschiedene Kulturbehälter.

Ciliatenkulturmedium

Ciliatenkulturmedium.

Das Blaue Trompetentierchen (Stentor coeruleus) ist ein einzelliger eukaryotischer Organismus aus der Familie der Stentoridae. Seine charakteristische blau-grüne Färbung (bzw. rötliche Färbung je nach Sichtsituation) beruht auf dem Pigment Stentorin, das im Zellplasma eingelagert ist. Im Gegensatz zu Stentor polymorphus besitzt Stentor coeruleus keine endosymbiotischen Algen.

Aufgrund seiner ausgeprägten Regenerationsfähigkeit – selbst Zellfragmente können vollständige Organismen rekonstituieren – gilt Stentor coeruleus als bedeutender Modellorganismus für die Erforschung von Zellregeneration, Morphogenese und intrazellulärer Organisation.

Im ausgestreckten Zustand erreicht der Organismus eine Länge von etwa 1–2 mm und ist damit für einen Einzeller außergewöhnlich groß sowie mit bloßem Auge sichtbar. Typische morphologische Merkmale sind:
- die trompetenförmige Gestalt im ausgedehnten Zustand
- ein perlschnurartig aufgebauter Makronukleus
- ein bewimperter Peristombereich (Mundfeld) zur Nahrungsaufnahme
- starke Formveränderlichkeit (Kontraktion zu kugel- oder tonnenförmiger Gestalt)

Bei günstigen Bedingungen sind die Individuen häufig mit ihrem Hinterende am Substrat befestigt. Bei Störung oder ungünstigen Umweltbedingungen lösen sie sich vom Untergrund und gehen in eine frei schwimmende, verkürzte Form über.

Versuche und Beobachtungen:

Im Rahmen von Untersuchungen können folgende Aspekte analysiert werden:
- Zellaufbau und Organisation

- Charakteristische Formveränderungen (Kontraktion/Expansion)
- Nahrungsaufnahme durch Cilienschlag
- Zellteilung (Querteilung)
- Regenerationsfähigkeit nach mechanischer Teilung

Gerade die Regeneration macht Stentor coeruleus zu einem klassischen Objekt der Entwicklungs- und Zellbiologie.

Kulturanleitung

Materialbedarf:
- Kulturansatz Stentor coeruleus
- Ciliatenkulturmedium
- Reis- oder Weizenkörner (ungekocht)
- Petrischale oder geeigneter Glasbehälter
- Abdeckung (z. B. Petrischalendeckel)
- Co-Kultur von Chilomonas paramecium

Ablauf:
Der Kulturansatz wird unmittelbar nach dem Erhalt in eine saubere Petrischale oder einen geeigneten Glasbehälter überführt. Es ist darauf zu achten, dass die verwendeten Gefäße nicht mit Spülmitteln gereinigt wurden, da Rückstände toxisch auf die Organismen wirken können. Anschließend wird der Ansatz mit Ciliatenkulturmedium bis zur gewünschten Füllhöhe ergänzt.

Zur Bereitstellung einer langfristigen Nährstoffquelle werden zwei ungekochte Reis- oder Weizenkörner in die Kultur eingebracht. Der Behälter wird anschließend abgedeckt, um Verdunstung und Kontamination zu minimieren.

Pflege der Kultur:
Als Hauptnahrungsquelle dienen Flagellaten der Art Chilomonas paramecium, die dem Neuansatz zugesetzt werden. Je nach Populationsdichte erfolgt eine regelmäßige Nachfütterung.

Verdunstete Kulturflüssigkeit rechtzeitig mit Ciliatenkulturmedium auffüllen.

Die Kultur sollte bei Zimmertemperatur (ca. 18–20 °C) und an einem dunklen Standort aufgestellt werden.

Fütterungs-Alternativen:
Als alternative Nährstoffquelle kann eine Milchkultur verwendet werden. Hierzu wird der Kultur ein einzelner Tropfen pasteurisierte Frischmilch oder Kondensmilch zugesetzt. Die Milch fördert das Wachstum von Bakterien, die als indirekte Nahrungsquelle dienen und eine rasche Populationszunahme der Ciliaten ermöglichen.

Sobald sich die Nährlösung nach einigen Tagen wieder geklärt hat, kann erneut ein Tropfen Milch zugegeben werden. Eine Überdosierung ist unbedingt zu vermeiden, da dadurch die gesamte Kultur eingehen kann.

Erneuerung der Kultur:
Nach etwa vier Wochen empfiehlt sich das Anlegen eines neuen Kulturansatzes, um eine stabile Population aufrechtzuerhalten.

Versandfläschchen (30 ml) mit QR-Code zur Kulturanleitung
QR-Code auf dem Kulturfläschchen

Diese Kulturanleitung erreichen Sie jederzeit über den QR-Code auf Ihrem Kulturfläschchen – einfach mit dem Handy scannen.

BILDER-GALERIE

VIDEO-GALERIE

Video-Informationen

Diese Filme wurden in 4K 16:9 (50 fps) aufgenommen. Für eine schnellere Ladezeit sind die Filme hier auf HD 1280 x 720 px; 25 fps als mp4 (H.264) komprimiert.

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